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Gillhoff-Jahrbuch 2004
Herausgegeben im Auftrag der Johannes-Gillhoff-Gesellschaft
Hartmut Brun
Herausgegeben im Auftrag der Johannes-Gillhoff-Gesellschaft
Mit Beiträgen von Prof. Eldon L. Knuth, Prof. Dr. Wilhelm Simon, Werner Rink und Hartmut Brun
Preis: 5,00 € *
Leseprobe
Wer war Jürnjakob Swehn?
(Vortrag auf der Internationalen Fachtagung in Glaisin am 14. Juni 1998) Ich freue mich sehr, nochmal im Land meiner Vorfahren zu sein … Noch ein paar Worte über meine Verbindung zu Mecklenburg. Ich bin in Clayton County, Iowa geboren und aufgewachsen. Clayton County war das Ziel vieler Auswanderer aus Mecklenburg, auch aus der Kirchengemeinde Eldena …
Auf das Buch, Jürnjakob Swehn, der Amerikafahrer, wurde ich 1976 anläßlich meines ersten Besuchs in Mecklenburg aufmerksam gemacht. Meine Frau und ich waren Gäste im Hotel Schwerin. Trotz Angst, daß es nicht erlaubt war, hatte ich im Foyer ein Gespräch mit einem freundlichen Ortsansässigen angeknüpft. Er fragte, was für ein Interesse ich an Schwerin hätte; ich erklärte, dass ich in einer Gegend in Iowa geboren und aufgewachsen bin, wo die Bewohner meistens entweder Einwanderer aus Mecklenburg oder Nachkommen dieser Einwanderer sind, und zwar, daß viele meiner Vorfahren aus Dörfern in der Nähe von Ludwigslust stammen. Er fragte, ob ich Jürnjakob Swehn gelesen hätte. Weil ich nie davon gehört hatte, erklärte er enthusiastisch: das Buch enthielte Briefe an einen Lehrer von ehemaligen Studenten, die nach Iowa ausgewandert waren, und ich würde das Buch sicherlich sehr interessant finden. In der darauffolgenden Woche kaufte ich das Buch in Güttingen – und fand es doch ganz faszinierend!
Als ich die Briefe im Buch las, schien es, als ob sie die Leute und die Gegend, wo ich großgeworden war beschrieben; die meisten Familiennamen waren bekannt. Auch ein Dorf Springfield existiert mal zehn Kilometer von meiner Heimat. Ich war überzeugt, daß wenigstens ein Briefschreiber aus dieser Gegend war. Aber leider war der Name Swehn unbekannt und ist in der Iowa Volkszählung nicht zu finden. Auf das Dilemma machte ich zwei Freunde aufmerksam … Sie bestätigten, daß der Name Swehn ein Pseudonym ist und … daß Swehn tatsächlich ein Wiedow … und bei einem Timmermann tätig war. Hartmut Brun schreibt: Kurz vor seinem Tod hat der Autor des Buches, Johannes Gillhoff, enthüllt, das Swehn doch ein Wiedow war, und daß er aus Glaisin kam.
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