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Hallo Taxi!
Momente aus acht Lebensjahrzehnten
Gonda Buhk
“Nach meinen zwei gescheiterten Ehen hatte ich von Männern die Nase voll. Die Arbeit machte zwar Spaß, brachte Abwechslung, trotzdem fiel mir zu Hause oft die Decke auf den Kopf. Die Kinder hatten ihre Familien, gingen ihre eigenen Wege, aber mir fehlte ein Mensch, mit dem ich gemeinsam etwas unternehmen konnte. Da fiel mir eine Annonce in der “Ostsee-Zeitung” auf. Ein Witwer suchte eine Freizeitpartnerin, bot Rostocker Luft und sich. Das gefiel mir, und ich antwortete …”, so die Autorin.
Preis: 6,00 € *
Leseprobe
Nach Beendigung der Schulzeit mußte ich das vorgeschriebene Pflicht- oder Landjahr ableisten. Wie froh und glücklich war meine Mutti, als sie für mich eine Stelle auf einem Obstgut mit einem schönen Gutshaus fand. Da konnte sie Bekannten und Verwandten stolz erzählen: “Meine Tochter macht ihr Pflichtjahr bat Herrn Major a. D. M. in Malliß.” Das hörte sich gut an. Doch wer hätte gedacht, daß Schmalhans dort Küchenmeister war. Außer am Wochenende gab es abends nach getaner Arbeit eine Wassersuppe aus geriebenen Kartoffeln mit etwas ausgebratenem Speck und dazu trocken Brot. Aber auch andere für mich unangenehme Dinge gefielen mir ganz und gar nicht, und so riß ich einfach nach knapp vier Wochen dort aus, sehr zum Leidwesen meiner Mutter.
Als ich nach fast sechzig Jahren mit dem Auto durch Malliß fuhr und mir das Gutshaus anschauen wollte, war dort das Gemeindezentrum untergebracht. Ich sprach mit einer freundlichen Mitarbeiterin, die mir noch von der damaligen Zeit berichten konnte, wo der Herr Major a. D. wohl oft Gesprächsthema im Dorf war. So erfuhr ich auch, daß er vom Apfelbaum gefallen war und sich das Genick gebrochen hatte. “Geiz ist geil”, heißt es heute in der Werbung. Ich habe den alten Herrn, Gott hab ihn selig, als “geilen Geizhals” in Erinnerung.
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